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Aare_Remake Logbuch

Von Liliane Waldner


Warum ein Aare Remake?


Mit der Aare hat im Frühling 2011 alles begonnen. Ich habe damals noch keine Systematik für meine Flusswanderungen entwickelt und bin einfach an den verschiedenen Orten losgelaufen. Deshalb ist das Aare-Logbuch ein Patchwork. Damals habe ich noch nicht fotografiert. Das Aare-Logbuch ist schwächer illustriert als das von kleineren Flüssen, die ich in den späteren Jahren erwandert habe.

Nach all den Jahren der Flusswanderungen und tausenden von marschierten Kilometern darf ich sagen: Die Aare ist die Power-Lady oder Grande Dame der Schweizer Flüsse. Sie ist der bedeutendste Schweizer Inlandfluss. Dies zeigt der direkte Vergleich mit dem Rhein vor dem Zusammenfluss der beiden Flüsse in Koblenz. Die Aare weist bis zu ihrer untersten Messstelle in Untersiggenthal-Stilli ein Einzugsgebiet von 17625 km2 auf. Der Gletscheranteil an ihrer Fläche beträgt 2.1 Prozent.  Der Rhein hat bis zur letzten Messstelle Rekingen vor der Vereinigung mit der Aare ein Einzugsgebiet von 14718 km2. Der Gletscheranteil an seiner Fläche beträgt 0.6 Prozent. Die Aare ist der Hauptfluss des Wasserschlosses Schweiz. Kurz und gut: Sie ist so etwas wie die Power-Frau unter den Schweizer Flüssen. Sie ist der Fluss der Bundesstadt Bern. Sie hat ein reichhaltig illustriertes Logbuch verdient.
Die Aare ist der Fluss der Bundesstadt!
Obwohl meine Krankheit weiter fortgeschritten ist und mich zwingt, kleinere Brötchen zu backen, sprich viel kürzere Wegstrecken zu gehen, will ich mich für die Aare anstrengen. Dank des Anstosses der Aare zu meinem Flusswander-Projekt kann ich heutzutage noch gehen. Die Flüsse motivieren mich zu einem intensiven, täglichen Training und ausgedehnten Fussmärschen. Sogar die Therapeutin hat mir, gesagt, dies sei der Grund, dass ich noch mobil sei. Deshalb ehre ich die Aare mit einer Wiederbegehung auf dem Hauptteil ihrer Länge. Die Strecken beim Wasserschloss, entlang von Thunersee und Brienzersee, von Brienz nach Meiringen sowie vom Grimselhospiz zum Oberaarsee sowie weiter zum Grimselpass bin ich später abgelaufen. Ich habe sie fotografisch im ursprünglichen Aare-Logbuch dokumentiert. Sie müssen nicht wiederholt werden.

Kurzsteckbrief der Aare

Die Aare ist 288 Kilometer lang. Sie entspringt im Oberaargletscher und Unteraargletscher im Grimselgebiet. Ihre Quellhöhe beim Oberaargletscher ist 2310 m.ü.M. Sie mündet auf 311 m.ü.M. bei Koblenz in den Rhein. Sie fliesst durch die Kantone Bern, Solothurn und Aarau.

Mehr darüber:

http://de.wikipedia.org/wiki/Aare

Link zum ursprünglichen Logbuch der Aare:

http://www.fluss-frau.ch/aare.html
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Neujahrstag 2023: Koblenz - Böttstein

Bereits in der heutigen Auftakts-Etappe wird klar, dass die Aare die Power-Lady unter den Schweizer Flüssen ist. Die Brücke bei ihrer Mündung in den Rhein habe ich bereits beim Rhein-Projekt überschritten und fotografiert, weshalb ich mir das heute ersparen kann.

Ich überschreite die Aare beim Kraftwerk Klingnau und wandere auf der Westseite des Klingnauer Stausees flussaufwärts. Der Stausee ist auf dieser Seite im oberen Teil ein Vogelparadies. Das frühlingshaft milde Wetter lockt deshalb die Vogel-Freundinnen und Freunde mit ihrer schweren Kameraausrüstung in Scharen an. Ich könnte das nicht noch schleppen. Eine Frau gesteht mir, dass ihr die Kamera bereits zweimal heruntergefallen und kaputt gegangen ist.

Oberhalb der Brücke bei Döttingen besteht der Weg aus Naturbelag. Zuerst kommt das Wasserkraftwerk Beznau in Sicht und nach dem Aufstieg zum Schloss Böttstein erhalte ich vom stillgelegten Informationspavillon der AXPO einen guten Blick zum Kernkraftwerk Beznau. Das ist Power pur: Zwei Wasserkraftwerke und ein Kernkraftwerk zum Auftakt!

Als ich aus dem Gelände des geschlossenen Besucherzentrums der AXPO die beiden Kühltürme fotografiere, überkommt mich Wehmut. Der Pavillon ist ausser Betrieb, altert und sein Areal wird schmuddelig. Der Landgasthof des Schlosses ist seit Jahren geschlossen. Damals wurden wir von der kantonsrätlichen EKZ-Kommission von den NOK-Verantwortlichen (heute AXPO) nach der Besichtigung der Kraftwerksinsel Beznau zu weiteren Informationen und Gesprächen sowie zu einem feinen Mahl mit Wein vom nahen Rebberg empfangen. So wurde auch die Macht der früheren Strombarone gediegen repräsentiert. Heute ist das nur noch ein Schatten seiner selbst und die AXPO auf Hilfestellungen des Bundes angewiesen. Ich war Bankrätin der Zürcher Kantonalbank, der sichersten Universalbank der Welt. Ich würde weinen, wenn die Zürcher Kantonalbank auch einen solchen Niedergang erleiden müsste.

Entlang der Radwegroute bin ich 8,8 Kilometer gelaufen.

Links:

Das Kraftwerk (klingnauerstausee.ch)


https://www.axpo.com/ch/de/ueber-uns/energiewissen.detail.html/energiewissen/wasserkraft.html

Kernkraftwerk Beznau-1 und -2 (KKB) - Portrait KKB (kernenergie.ch)

Kernkraftwerk Beznau (axpo.com)

Schloss Böttstein im unteren Aaretal - Gemeinde Böttstein (boettstein.ch)

Schloss Böttstein · Schlösser & Burgen · Erleben · Aargau Tourismus
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3. Januar 2023: Böttstein - Lauffohr

Die Postautochauffeurin ist besonders aufmerksam, als ich in Böttstein aussteige. Als wir uns später wieder zweimal kreuzen, sie auf der Landstrasse und ich auf dem separaten Radweg, winken wir uns gegenseitig zu. Ich hoffe, ab der Haltestelle Rebberg einen guten überblick zum Fotografieren des Paul Scherrer Instituts zu erhalten. Das ist wegen der Baumreihen jedoch nicht möglich. Ich komme erst von Gelände des bedeutenden Forschungsinstituts aus dazu. Vor sehr vielen Jahren erhielt ich dort eine Information. Der Komplex erscheint mir jetzt viel grösser zu sein.

Ich folge dem Radweg bis Stilli, wo ich von der ersten Aarebrücke unterhalb des Wasserschlosses die Aare fotografiere. Auf dem Weg nach Lauffohr erblicke ich im Waldstück moos-verwachsene Bunkeranlagen aus der Zeit des Reduits. Von Lauffohr habe ich eine gute Sicht auf das Wasserschloss und die Vereinigung von der Limmat mit der Aare. Ich erblicke die kleine Wiese auf Vogelsang gegenüber, wo meine Cousine Gisela und ich fotografiert wurden.

Das heutige Wegstück beträgt 7,1 Kilometer.   Das genügt, zumal es immer wieder nieselt.

Links:

Paul Scherrer Institut (PSI)


Wasserschloss  Brugg & Region (bruggregio.ch)
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Dreikönigstag 2023: Lauffohr - Brugg

Ich wandere ab Lauffohr Dorf auf die Brücke nach Vogelsang, von wo aus ich die Mündung der Reuss in die Aare sowie die Eisenbahnbrücke darüber fotografiere. Dann geht es am Waffenplatz vorbei flussaufwärts. Ich überquere via die Insel Geisseschachen die Aare und damit auch den architektonisch besonderen Mülimattsteg.

In Windisch fotografiere ich zuerst die Kirche des früheren Klosters Königsfelden. Hier wurde der Habsburger König Albrecht ermordet und seine Witwe Elisabeth liess am Tatort ein Kloster errichten. Von dort folge ich dem Legionärspfad zum Amphitheater von Vindonissa.

Brugg heisst so, weil es bereits in alter Zeit an der Engstelle der Aare eine Brücke gab. Dort steht der Schwarze Turm als Wächter. Er ist das Wahrzeichen von Brugg. Nach so viel Geschichte genehmige ich mir einen Kaffeehalt in der Altstadt von Brugg.

Die heutige Wegstrecke beträgt 7,5 Kilometer.  

Links:

Aaresteg Mülimatt Windisch - Kanton Aargau (ag.ch)

--Kloster Königsfelden  Erinnerungsort der Habsburger  Museum Aargau

Römerlager Vindonissa (museumaargau.ch)

Schwarzer Turm Brugg · Aussichten · Erleben · Aargau Tourismus
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