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Muota Logbuch

Von Liliane Waldner

Einführung in die Muota

Die Muota hat je nach Quelle (Wikipedia oder BAFU) eine Länge von 29 oder 30 Kilometern. Sie beginnt im südlichen Bisisthal nahe der Talstation der Glattalpbahn und mündet auf 434 m.ü.M. nahe der Busstation Brunnen Hopfräben in den Vierwaldstättersee. Die Muota entsteht aus dem Zusammenschluss verschiedener Quellbäche auf 1149 m.ü.M. direkt unter dem Parkplatz der Talstation der Seilbahn beim Flurnamen Tröll. Dies ist der Fall, wenn auf die Landkarten, die Kilometerlänge laut BAFU und Wikipedia abgestellt wird. Der älpler beim Saliboden nennt mir den auf 2080 m.ü.M. gelegenen Alplersee als Quelle. Von diesem fliesst der Ruosalpbach zum Zusammenschluss zweier Quellbäche bei der Talstation. Dort ist ein Steinmannli aufgerichtet worden. Der Busfahrer teilt die Meinung des älplers. Zu diesem wilden, wütenden Fluss, was Muota bedeutet, passt eine Meinungsvielfalt zu deren Entstehung.

Mehr über die Muota auf:
https://de.wikipedia.org/wiki/Muota

12. September 2015: Brunnen - Muotathal

Der Bus Nr. 2 Richtung Küssnacht bringt mich vom Bahnhof zur Busstation Hopfräben. Ich laufe zuerst dem Strässchen entlang Richtung Mündung. Dort verdecken die Kieshaufen die Sicht zur Mündung. Ich muss sie etwas weiter oben fotografieren. Ein Naturpfad führt entlang der Muota ins Zentrum von Ibach. Das kleine Wasserkraftwerk informiert, dass es Energie für 500 Haushalte produziert. Der Industriekanal sowie die angrenzende Industriebrache von Brunnen lassen mich vermuten, dass das EW ursprünglich für die Industrie erstellt worden ist. Unterwegs sammle ich an Ufer-Sträuchern etwas Hagebutten-Beeren.

Ab Ibach geht es auf breiten Wegen zur Suworowbrücke. Die ursprüngliche Brücke ist durch eine gedeckte Holzbrücke ersetzt worden. Dort sind laut Tafel 3‘000 Franzosen im Kampf gegen das von General Suworow geführte russische Heer gefallen. Die Russen und Franzosen führen auf verschiedenen Schlachtfeldern dieser Welt immer noch Krieg. Es ist jedoch undenkbar, dass sich heutzutage die Präsidenten Hollande oder Putin einen solchen Blutzoll erlauben können oder sie müssen verdeckt, verschämt ihre Soldatinnen und Soldaten im Ausland einsetzen. Bei der Brücke ist der Sinnspruch eines Schöpfungsweges angebracht.

Ich steige zur Rast zum Schlattli hinauf, in der Hoffnung auf eine sonnige Sitzbank. Dort ist jedoch die Talstation der Stoos-Bahn und deren Sitzbänke liegen im Schatten. Dafür hat es ein WC. Der Weg geht hinunter zum Fluss und zur Schlucht. Die Muota bahnt sich ihren Weg durch eine Schlucht. Oben liegen eine Talsperre und ein Stausee, der sich bis Selgis erstreckt. Eine Tafel warnt, der Weg sei bis Ende November 2014 gesperrt und Wanderer könnten den Bus gratis bis Selgis nehmen. Heute ist der 12. September 2015 und ich marschiere weiter, zumal der Weg breit und hindernisfrei ist. Er ist bis Selgis feucht und schattig.

Zwischen Selgis und Muotathal ist der schöne Wanderweg entlang der Muota mit den Tafeln des Witzwanderweges gespickt. Die Witze sind Familien-gerecht und sie zeigen, dass die Muotathaler über sich selber lachen können. Das Völklein dort zeigt seinen Humor auch mit den bekannten Muotathaler Wetterschmöckern, die das Wetter des Sommer- oder Winterhalbjahres mit uralten Naturmethoden voraussagen. Das Muotathal ist auch für sein Hölloch bekannt, indem ich in jungen Jahren einmal an einer geführten Höhlentour mit Helm und Stirnlampe teilgenommen habe.

Nahe der Vorder Brücke kaufe ich bei einer Imkerin ein Pfund Honig der Bio-Qualität. Ich darf bei ihrer Sitzbank vor dem Haus meine Teerast abhalten. Sie wird von ihren Töchtern für einen Ausgang abgeholt. Weil der Molkereiladen in Muotathal geschlossen hat, kaufe ich Käse von der Bödmeren in der Conditorei Schelbert. Bei dieser Gelegenheit genehmige ich mir einen Kaffee auf der Terrasse. Als ich auf die Terrasse hinausgehe, blicken mir die drei Damen von der Imkerei entgegen. Wir lachen uns gegenseitig an. Die Welt ist manchmal sehr klein.

Gemäss den Wanderwegschildern beträgt die Zeit von der Mündung in Brunnen bis Muotathal vier Stunden und 30 Minuten. Es ist heute ein gemütlicher Föhntag.

Links:
http://www.schwyzer-wanderwege.ch/ww/schoepfung_T1.pdf
http://www.schwyzer-wanderwege.ch/ww/witzwanderweg.pdf
http://www.wetterschmoecker.ch/wetterschmoecker_news.htm
http://www.freizeit.ch/freizeit/14163/holloch-muotathal
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21. September 2015: Muotathal - Saliboden

Heute starte ich zur ersten Herbstwanderung des Jahres bei prächtigem Sonnenschein. Von Muotathal Post gehe ich zum Fluss und dem Fluss entlang aufwärts. Bald nach Hinterthal komme ich zur Husky-Lodge, wo ich von den Huskies in ihrem Gehege mit lautem Bellen begrüsst werde. Etwas weiter oben hat sogar der Herrgott eine Bushaltestelle. Irgendwo muss er aussteigen können, wenn er zu uns Menschen kommt.  Wer weiss, ob dort nicht auch himmlische Busse anhalten!

Unterhalb von Mettlen ist die Muota zwecks Stromproduktion trockengelegt. Das Wasser wird im Wehr darüber gespeichert und fliesst offenbar durch eine Druckleitung ab. Ich lerne weiter oben, dass auf der Strecke der Muota fünf Kleinwasser-Kraftwerke deren Gefälle stufenweise zur Stromgewinnung nutzen. Ob dem Wehr fliesst die Muota quirlig durch ihr Bachbett. Ob dem Restaurant Schönenboden kann ich teilweise auf einem Naturweg gehen. Ich komme an einer humoristischen Wetterstation vorbei. Ein Stein hängt an einer Kette. Schwankt er beispielsweise, windet es, laut der erklärenden Tafel. Jetzt schwankt er, weil ich ihn beim Fotografieren der Wetter-Tafel leicht berühre: folglich windet es. Von den Bewohnern des Hauses unten erfahre ich, dass der Stein und seine Tafel schon sehr lange da sind. Es sind Zürcher, die vor dreissig Jahren in das Haus gezogen sind.

Jetzt ist es nicht mehr weit zum Salisee. Bei der Alp ob dem See wird Käse zum Verkauf angeboten. Die älplerin lädt mich ein, auf ihrer Sitzbank abzusitzen und sie offeriert mir Kaffee und feinen, frischen Rahm zum Trinken. Der Rahm ist eine Delikatesse, den ich mir pur in die Tasse giesse. Der älpler sowie eine Familie aus dem Aargau gesellen sich ebenfalls an den Tisch.  Ich erhalte Ziegenkäse, Alpkäse und Weichkäse zum Kosten und kaufe von allen drei Sorten. Wir unterhalten uns. Ich geniesse die Aussicht auf den wuchtigen Mären. Die Familie lebt mit den Tieren während fünf Monaten auf der Glattalp oder auf dem Saliboden. Während sieben Monaten im Jahr arbeitet der Mann bei der Taschenmesser-Firma Victorinox. Ob auf der Alp oder zu Hause im Tal: Die Familie heizt während des ganzen Jahres mit Holz. Im Bisisthal fällt Lawinenholz zum Heizen an. Vor der Abfahrt mit dem Kleinbus marschiere ich eilig zum Zusammenschluss der Quellbäche zur Muota. Hier hinten im Bisisthal ist Dichtestress ein Fremdwort. Es ist eine stille Gegend zum Geniessen! Während auf dem kleinen Parkplatz der Talstation der Bahn zur Glattalp noch reichlich Parkraum vorhanden ist, stelle ich bei der Busfahrt nach Schwyz fest, dass alle Parkplätze der Stoosbahn gut besetzt sind.

Die Wegzeit von Muotathal zur Quellenfluss-Vereinigung bei der Talstation der Glattalp-Bahn beträgt mehr als dreieinhalb Stunden.

Links:
http://www.erlebniswelt.ch/home/
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