fluss-frau.ch
Wyna Logbuch

von Liliane Waldner

Einführung in die Wyna

Die Wyna misst 32 Kilometer Länge. Je nach Quelle entspringt der Fluss auf 759 m.ü.M. als Lochbach mit Chegelwald ob Neudorf. Oder die Wyna entsteht nördlich von Neudorf als Vereinigung von Quellbächen auf 660 m.ü.M. Sie mündet nördlich von Suhr auf 385 m.ü.M. in die Suhre. Sie fliesst durch die Kantone Luzern und Aargau.

Mehr über die Wyna auf:

https://de.wikipedia.org/wiki/Wyna

http://www.wyna.ch

Quirlige Wyna ob Teufenthal
9. Januar 2016: Suhr - Reinach

Ich nutze den Regen-Unterbruch, um mit der Wyna anzufangen. Im Rahmen des Suhre-Projektes bin ich bereits an ihrer Mündung nördlich von Suhr vorbeigekommen und habe ihr unteres Ende vorsorglich fotografiert. Ich starte erst um Mittag, weil für den Nachmittag Regen-Schonung vorausgesagt ist. Es lohnt sich, denn die durch Regen aufgeschwollene Wyna braust quirlig daher. Der Vergleich der Bilder im Mündungsgebiet vom 19. Dezember bei trockenem Wetter und jener nach starken Regenfällen nur weniger Kilometer aufwärts ist reizvoll. Das Rauschen der Wyna und das zeitweilige Poltern von Steinbrocken im Bachbett begleiten mich den ganzen Tag.

Ich starte beim Bahnhof Suhr und folge bis Oberkulm der verkehrsarmen Radwegroute, von der ich dort abweiche, wo ich einen Feldweg entlang der Wyna benutzen kann. Weil es keinen Wyna-Uferweg gibt, ist dies die beste Methode, um dem Fluss möglichst nahe zu folgen. Ab Oberkulm geht der Radweg als Streifen entlang der Kantonsstrasse. Ich nehme ab dort die verkehrsarme Landstrasse nach Gontenschwil. Dort macht die Bahn einen Knick nach Zetzwil. Nach dem Bahn-Knick Richtung Zetzwil nehme am Ortsende von Gontenschwil den Feldweg, der mich in etwa 50 bis 100 Meter Distanz parallel zur Wyna komfortabel und direkt nach Pfeffikon führt. Der Pfad direkt neben der Wyna ist zu nass und aufgeweicht.

Nach dem Sportzentrum und dem Erreichen der Siedlungen (vermutlich auf dem Gebiet von Pfeffikon) drehe ich Richtung Reinach ab, überquere die Wyna und gehe auf ruhigen Quartierstrassen parallel zur Wyna weiter nach Reinach hinein, bis ich ins Zentrum komme und nahe der Post zur Station Reinach gelange.

Ich habe, Teerast bei der Station Unterkulm und Fotohalte inbegriffen, etwa sechs Stunden benötigt. Früher wäre ich schneller gewesen. Einmal bin ich von Zürich nach Teufenthal marschiert und dabei an Dürrenäsch vorbeigekommen, wo zur Zeit meiner Jugend eine Caravelle der Swissair abgestürzt ist. Ein anderes Mal habe ich auf meinem Marsch von Zürich-Albisrieden nach Schöftland Unterkulm passiert. Das geht mir durch den Kopf. Wie schnell bin ich damals unterwegs gewesen!

Das Erlebnis des Tages ist Stimmung beim Einnachten, die ich auf dem Feldweg zwischen Gontenschwil und Pfeffikon-Reinach erlebe. Rosa, teils aprikosenfarbige Wolken beleuchten den Himmel, auch das Blau wird nach dem langen Grau noch sichtbar und weit hinten ragen die verschneiten Spitzen der Alpen auf. Es ist dunkel, als ich im Siedlungsgebiet ankomme.
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2. Juli 2016: Reinach - Neudorf
Die Kraft der Wyna treibt die Sagi Menziken an
Heute werde ich von Stefan Enz aus Hochdorf begleitet. Er ist ein guter Kollege aus dem Coop Regionalrat und ich schätze ihn für seine unabhängige Meinung, die er auch schon an Versammlungen geäussert hat. Es ist toll, dass er heute trotz des Regenwetters an der Wanderung ins Quellgebiet der Wyna mitmacht. Der Weg ist einfach und allwettertauglich.

Er steht bereits da, als ich im Bahnhof Reinach ankomme. Die Route führt zuerst entlang der Gemeindestrassen nach Menziken, das mit Reinach zusammengewachsen ist. Am heutigen ersten Samstag des Monats ist die historische Sagi von Menziken in Betrieb. Die Wasserkraft der Wyna treibt sie an. Die Kraft wird via Wasserrad und ein Getriebe von Zahnrädern und Kurbelwellen auf die Säge übertragen. Freiwillige des Vereins zeigen der Bevölkerung das traditionsreiche Sägerei-Handwerk.

Von Menziken geht es nach Beromünster, wo wir die barocke Stiftskirche besichtigen und uns auf eine Mauer des gedeckten Kreuzganges setzen, um uns zu stärken und etwas zu ruhen - und natürlich über Politik und das Leben allgemein zu reden. Stefan ist auch in der Sozialdemokratischen Partei.

Kaum gehen wir weiter, setzt ein Regenschauer ein und wir entschliessen uns, direkt nach Neudorf zu laufen und nicht in das Gebiet des längsten Wyna-Quellbach, dem Lochbach im Chegelwald oben. Gewisse Wegabschnitte sind auch unten herum genügend Nass und aufgeweicht. Wir werfen noch einen Blick auf den historischen Sendeturm von Radio Beromünster am Hang oben. Die Wyna entsteht als Zusammenfluss verschiedener Quellbäche im Gebiet des Unterdorfs von Neudorf beziehungsweise oberhalb des kleinen Flugfeldes von Beromünster. Heute findet auf dem Flugplatz Neudorf eine Flugschau statt. Wir staunen, wie wendig der Super-Puma über unsere Köpfe hinwegfliegt und eine Staffel von neun PC-7-Flugzeugen am trüben Regen-Himmel auftaucht, die von einer nostalgischen Super-Constellation angeführt wird. Ich halte noch den Lochbach und den Anfang der Wyna bei der Lochbach-Einmündung fest. Danach wandern wir ins Dorf. Die zuvorkommende Wirtin eines Speiserestaurants, das erst am Abend öffnet, lässt uns in das trockene Lokal hinein, wo wir die Zeit bis zur Busabfahrt mit Kaffee, Biberli und Plaudern verbringen.

Für die reine Marschzeit von Reinach nach Neudorf sollten drei Stunden veranschlagt werden. Mit so vielen Attraktionen unterwegs dauert es einiges länger. 


Links:

http://www.menziken.ch/xml_1/Internet/de/application/d12/d89/f319.cfm
http://www.stiftberomuenster.ch
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