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Aubonne Logbuch

Von Liliane Waldner

Einführung in die Aubonne

Der Waadtländer Fluss Aubonne hat seinen Ursprung bei Bière auf 710 m.ü.M. Die Aubonne ist nur 12,2 Kilometer lang. Sie mündet auf 372 m.ü.M. bei Allaman in den Lac Léman. Warum ein so kleiner Fluss? Ich habe mit der Aubonne noch eine Rechnung offen. Als ich ihr Mündungsgebiet auf meiner Rhone-Etappe entlang des Lac Lémans von Gland nach St-Prex querte, fing ich im morastigen Naturschutzgebiet so dreckige Schuhe wie danach nicht mehr ein. Das hat bleibenden Eindruck hinterlassen. Deshalb will ich diese Waadtländer Dame näher kennen lernen.

Mehr über die Aubonne auf:

https://de.wikipedia.org/wiki/Aubonne_(Fluss)


Aufnahme bei Rhone-Wanderung am 23. November 2014
17. Oktober 2020: Allaman - Aubonne

Vom Bahnhof Allaman aus quere ich zuerst den weiter unten liegenden historischen Ortskern und laufe danach einen schmalen Pfad bis zur Mündung der Aubonne in den Lac Léman hinunter. Vom Strand aus folge ich dem Uferpfad hinauf. Die Aubonne kringelt sich in einem Naturschutzgebiet dem See entgegen und erweckt in mir Assoziationen zur Venoge oberhalb von St. Sulpice.

Leider muss ich wegen einer Wegsperrung landeinwärts gehen. Dort komme ich an einer Kiwi-Plantage vorbei. Es wachsen dort richtig grosse Kiwis, wie sie aus Neuseeland in den Supermärkten verkauft werden. Ich berühre eine pelzige Frucht, die noch hart ist.

Danach suche ich wieder einen Weg durch Allaman, weil es keinen durchgehenden Uferweg nach Aubonne gibt. Oberhalb des Bahnhofs muss ich durch ein Gebiet mit riesigen Einkaufszentren, das mich an Spreitenbach erinnert. Bald kann ich jedoch über Felder und durch Obsthaine und Weingärten zum Städtchen Aubonne streben. Dort schlendere ich einige Zeit durch die Gässchen und zum Schloss hinauf.
Die Etappe ist kurz und kann in zweieinhalb Stunden erledigt werden. Sie kann durch das Schlendern in den Gassen Aubonnes sowie einen Restaurant- oder Cafébesuch beliebig ausgedehnt werden.

Links:

https://chateau-allaman.ch/deutsch

http://www.swisscastles.ch/Vaud/chateau/aubonne_d.html
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24. Oktober 2020: Aubonne - Bière

Es hat stark geregnet, was meine Routenwahl beeinflusst. Kurz nach dem Start bei der Haltestelle Aubonne gare steige ich den Weg zum Fluss hinab, quere die Brücke bei Es Côtes und gehe das Strässchen flussaufwärts entlang bis zur Kraftwerkszentrale Aubonne.

Danach folge ich dem Strässchen bis zum Arboretum und quere den weitläufigen botanischen Park, der auf Bäume spezialisiert ist. Er ist eine Waadtländer Sehenswürdigkeit. Ich raste oberhalb des Stausees.

Nach der Brücke, bei der der ebenfalls wasserreiche Bach Le Toleure in die Aubonne mündet, beginnt bald ein schmaler Naturweg entlang der Aubonne. Ich staune, wie ein so kurzer Fluss so wasserreich und tosend daherkommt. Vielleicht hat es auch mit dem starken Regen von der Nacht und dem Tag zuvor zu tun.

Oberhalb der Brücke zu Praz Béné kann ich wegen heruntergestützten Baumästen und Zweigen nicht mehr weiter. Das Gelände ist glitschig und leicht abschüssig und eine Fortsetzung des Weges nicht mehr sichtbar. Ich kehre zurück, steige bei Praz Béné zum Strässchen hinauf, das mich am riesigen Waffenplatz von Bière vorbeiführt.

Im Ort selber zweige ich in der ersten Siedlung nach Querung der jungen Aubonne in ein Strässchen ab und hoffe über das offene Feld direkt bis zur Quelle im Gebiet Châtelard zu gelangen. Mühselig gehe ich über das tiefe Weideland. Eine Frau aus der Siedlung beobachtet mich und folgt mir. Das Weideland wird auf halbem Weg zur vermuteten Quelle mit einem dichten Stacheldraht getrennt. Die Frau versucht mir zu helfen und zeigt mir eine diskret versteckte Brücke über die Aubonne. Die Brücke ist nicht in einer Karte eingetragen. Der Boden zur Brücke ist aber dermassen morastig, dass ich bis zu den Hosenstössen einsinke und nur mit viel Kraft wieder herauskomme.

Die Frau sagt mir, die Quelle sei nichts Besonderes. Ich bin aber trotzdem interessiert. Wenige Dutzend Meter vor dem Ziel will ich nicht aufgeben. Sie zeigt mir den Weg zum Hof ihres Cousins. Nach dem Silo vorbei könne ich auf dem Strässchen Richtung Friedhof gehen, ihm vorbei und beim Waldrand Richtung Quelle. Ich krieche unter dem Stacheldraht zum Feld mit Kleebepflanzung hindurch, gehe auf dem tiefen Boden Richtung Hof und dann am Friedhof vorbei zum Waldrand. Aber dort versperrt mir wieder dichter Stacheldraht den Weg, der mich vielleicht 20, 30 Meter von der Quelle trennt. Immerhin: Das Gehen auf den morastigen, tiefen Böden tut dem Training meines Gleichgewichts und der Muskeln gut. Und am Schluss gibt es wieder dreckige Schuhe und Hosenstösse. Das passt zur Aubonne-Story.


Links:

https://www.sefa.ch/entreprise/production

https://www.arboretum.ch/
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