fluss-frau.ch
Sense Logbuch

von Liliane Waldner

Einführung in die Sense

Die Sense entsteht als Zusammenfluss von Kalter Sense und Warmer Sense in Zollhaus auf 871 m.ü.M. Der bernisch-freiburgische Fluss mündet nach 35,7 Kilometern auf 486 m.ü.M. bei Laupen in die Saane. Die Kalte Sense ist der längere Zufluss. Er stammt aus dem 1‘578 m.ü.M. gelegenen Gantrischseeli, das mit Bächen am Fuss des Gantrisch gespiesen wird. Zusammen mit der Kalten Sense ist die Sense über 47 Kilometer lang. Die kürzere Warme Sense hat ihren Ursprung im Schwarzsee.

Die WWF-Studie Freiheit für das wilde Wasser rangiert die Sense als wertvollsten, nordalpinen Gebirgsfluss.

Mehr über die Sense auf:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sense_(Fluss)
http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Freiheit_fuer_das_Wilde_Wasser_-_Die_WWF-Alpenflussstudie.pdf


22. April 2017: Laupen - Schwarzwasserbrücke

Ich habe Laupen sowie das Mündungsgebiet der Sense bereits im Rahmen meines Saaneprojektes besichtigt. Mehr darüber kann auf der Saane-Page erfahren werden. Jedenfalls habe ich mich auf das Wiedersehen gefreut.

Ich gehe vom Bahnhof Laupen aus Richtung Saane und zur Fussgängerbrücke über die Sense. Von dort aus fotografiere ich die Mündungsstrecke der Sense. Auf dem Uferweg nach Neuenegg begleiten mich die informativen Tafeln des Naturpfades Sense. Es sind in diesem letzten Stück der begradigten Sense Anstrengungen zur Renaturierung unternommen worden. Ich gehe auf der gleichen Seite weiter hinauf und raste bei einem privaten Weiher mit Hühnern, Wasservögeln und einem Pfau unterhalb der Steinbrücke zwischen oberer Flamatt und Thörishaus.

Ob Thörishaus folgt der aufregende Abschnitt mit dem Sensegraben und dem Naturschutzgebiet Sense-Schwarzwasser. Es ist eines der bedeutendsten Naturschutzgebiete der Schweiz. Die Sense fliesst in einer von Sandsteinfelsen gesäumten Schlucht in einem naturbelassenen Flussbett samt enormen Sand- und Kiesbänken. Bei einem Felsen mit Hochwasserplaketten erwähne ich zu einem rastenden Ehepaar, wir könnten in Kanada sein. Der Mann antwortet, wir könnten auch in einer Landschaft wie vor dreihundert Jahren sein. Wir sehen nicht einmal Bauten. Es fehlen nur noch die Wölfe und Bären. Immerhin leben Biber an der Sense.

Bei der Mündung der Schwarzwasser wird der Weg zu einem schmalen Felsenpfad, der mit Stahlketten gesichert ist. Beim Felsenkopf an der Mündung klettert eine Gruppe junger Leute. Ich unterhalte mich kurz mit dem Mann der instruiert und sichert und fotografiere einen Kletterer, der das heute zum ersten Mal macht. Nach dem Queren der alten Schwarzwasserbrücke raste ich erneut und steige gestärkt den steilen Treppenweg zur Bahnstation Schwarzwasserbrücke auf. Von der Bahn aus entdecke ich einen Fuchs, der auf der anderen Seite der Brücke über die Wiese spaziert.

Von Laupen bis zum Senseufer bei Thörishaus dauert es laut Wegschild 2 Stunden 15 Minuten und von dort bis zur Schwarzwasserbrücke eine Stunde und 10 Minuten. Auf der Brücke ist der Weg zurück jedoch etwa eine Viertelstunde länger angegeben. Auch gesunde Leute müssen von Laupen bis zur Schwarzwasserbrücke mindestens mit vier bis viereinhalb Stunden rechnen. Wegen der felsigen und leicht ausgesetzten Passage bei der Schwarzwassermündung sollte der Weg nur bei trockenen Verhältnissen begangen werden.

Links:
https://www.pro-neuenegg.com/naturpfad-sense/
http://www.sense-grasburg.ch/seiten/11naturschutzgeltungsbereich.html
http://www.heitenried.ch/files/BXMediaPlusDocument6358file.pdf


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30. April 2017: Schwarzwasserbrücke - Schwarzenburg

Die heutige Etappe ist ein Sonntagsmorgen-Spaziergang. Das Wanderwegschild gibt die Zeit mit ungefähr zwei Stunden fair an. Die eigentliche Sense-Route würde weiter durch den Sensegraben führen. Teilweise müsste mit Badeschuhen im Wasser geschritten werden. Diese Strecke kann nur im Hochsommer gewandert werden und sie ist anspruchsvoll.

Die Route über Land ist einfach, mit hohem Asphalt-Anteil, dafür prächtiger Aussicht in die frisch verschneiten Alpen. Die Kirche Wahlern steht auf einem grossartigen Aussichtspunkt. Ich laufe in Schwarzenburg zum Schloss, in dem das Zentrum des Naturparks Gantrisch untergebracht ist. Ich komme noch bis ins Zentrum hinein, weil dort die Putzfrau arbeitet und die Türen des Zentrums offen sind. Sie zeigt mir den Weg zum Schlosspark, wo ich raste und zum frisch verschneiten Guggershörnli blicke. Für eine erneute Winterwanderung bin ich nicht vorbereitet.

Erschreckt vernehme ich nach meiner Heimkehr vom Tod des Schweizer Spitzen-Alpinisten Ueli Steck. Er hat geradezu übermenschliches geleistet und das ist am Schluss doch zu viel gewesen.

Links:

http://www.schloss-schwarzenburg.ch
http://www.gantrisch.ch
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22. Mai 2017: Schwarzenburg - Guggisberg

Die Zeit ab Bahnhof via Guggershörnli wird mit 2 Stunden 45 Minuten angegeben. Ich benötige natürlich einiges länger. Bis zur Wanderwegverzweigung unterhalb des Schiltbergs ist der Weg eine asphaltierte Fahrstrasse mit schwachem Verkehr. Bis zum Flurnamen Pfad ist er ein einfacher Wanderweg. Von Pfad bis zu einer lieblichen Waldlichtung ist der Weg sehr ruppig, mit groben Steinen und Nagelfluh-Passagen versehen.

Ich raste unterhalb des Waldrandes beim schönen Picknickplatz mit Blick zum Guggershörnli. Bis nach Walehus ist der Weg breit und bequem. Danach zweigt ein sehr steiler Bergweg über viele Wurzel-Tritte in einem Waldstück zum Sattel zwischen Schwendelberg und Guggershörnli. Dort gelangt der Weg auf Weiden und steigt auf einer kurzen Gratrippe bis zum Waldstück des Felskopfes des Guggershörnli. Oben tritt der Weg wieder in den Wald und ist mit Treppenstufen und einem Geländer versehen. Die Bäume verdecken den Nagelfluh-Felsen, der den Gipfel markiert. Ich kann gut nachvollziehen, dass hier oben eine mystische Stimmung entstehen kann und der Berg für die lokale Bevölkerung etwas Heiliges hat. Ganz am Schluss hilft eine gut gesicherte, steile Freitreppe über den Nagelfluh-Fels auf den Gipfel mit 1283 Metern Höhe. Auf der sicheren Gipfelkanzel treffe ich auf ein Ehepaar mit seinem Enkel. Wir unterhalten uns und der Mann macht ein Gipfelfoto von mir. Ich geniesse den prächtigen Rundblick in die Berner Alpen, Freiburger Alpen, den Jura, das Mittelland sowie den Tiefblick zurück nach Schwarzenburg, nach vorn nach Guggisberg und seitwärts nach Pflaffeien. Ich erheische einen Blick auf ein Stück Sense. Ich trage mich im Gipfelbuch ein.
Nach der ausgiebigen Pause steige ich auf einfachem Weg nach Guggisberg ab. Ich fotografiere das Vreneli-Museum und den Vreneli-Brunnen. Guggisberg ist berühmt für das Lied über das Vreneli vom Guggisberg mit seiner tragischen Liebe. Das Vreneli-Museum ist nach Voranmeldung für Führungen offen.

Links:

http://www.guggisberg.ch/gemeinde/lieder_dsvreneli1.htm
https://www.youtube.com/watch?v=ao-6AfFkIcI
https://www.guggisberg-tourismus.ch/vreneli-ab-em-guggischbärg/
https://www.vreneli-museum.ch
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26. Mai 2017: Guggisberg - Zollhaus

Beim Gemeindehaus warnt die Tafel, das WC würde geschlossen, wenn es weiterhin verschmutzt wird. Als Wandersfrau bin ich für jedes saubere, gebührenfreie, öffentliche WC dankbar.

Ich steige zuerst zur Guggersbachbrücke ab, um wieder an der Sense zu sein und folge ihrem Lauf bis zum Zollhaus hinauf. Bis zur Guggersbachbrücke wird die Zeit mit 55 Minuten angegeben. Bei der Brücke unten ist nur die Zeit bis zum Schwarzsee mit 3 Stunden 25 Minuten angegeben, nicht jedoch jene bis zum Zollhaus.

Der Naturlehrpfad Lätti Sense ist ein sportlicher Pfad, der dauernd über kleine Wurzeln und Steine geht. Unterwegs vermitteln Tafeln Lehrreiches. Ein Schild weist bei der Guggersbachbrücke darauf hin, dass der Weg zwischen Lätti und Rufenen gesperrt ist. Der Pfad führt durch einen Auenwald. Darunter mäandriert die Sense in einer praktisch unberührten Landschaft und sie hinterlässt Uferbänke mit einer Masse von Geröll. Ich raste kurz vor Lätti ausführlich. Ich stelle fest, dass der Weg ob Lätti stark zerfallen ist und weiche bis Rufenen auf das Strassenstück beim Ortsteil Telmoos aus. Beim Alten Rufenenweg steige ich ab und gelange wieder in den Wanderweg. Er verläuft bis zum Kloster einfach und flach. Ab dort wird er zum schmalen Pfad unterhalb der Strasse, der sehr steil auf- und absteigen kann. Vorhandene Geländer sind abgebrochen oder wacklig. Aufgrund der Topografie müssen auch gesunde Menschen mit vier Stunden für die heutige Etappe rechnen. Beim Zollhaus vereinen sich die Warme Sense vom Schwarzsee und die Kalte Sense vom Gantrischsee zur Sense.
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28. Mai 2017: Zollhaus - Schwarzsee

Die Warme Sense ist 5,9 Kilometer lang. Sie entspringt dem Schwarzsee auf 1‘046 m.ü.M. Das Wanderwegschild gibt eine Stunde und 35 Minuten für die Strecke zum Schwarzsee an. Der Pfad entlang der Warmen Sense führt meistens über zahlreiche Wurzeln und Steine. Er wird oberhalb der Eispaläste zunehmend breiter und gegen den See hin zum gekiesten Spazierweg. Die Warme Sense mäandriert nach dem Abfluss aus dem See und fliesst anfänglich durch eine Moorlandschaft. Der Schwarzsee ist eine beliebte Sommerfrische für die Freiburger und Berner. Er könnte in ein und ein Viertel Stunden umrundet werden. Ich merke mir das als Ausflugsmöglichkeit mit meiner Cousine. Die Eispaläste sind eine Art Abenteuer-Hüttendorf und im Sommer geschlossen. Im Winter erstrahlt dort laut Link unten eine Märchenwelt in Eis. Ich raste am See und stärke mich für den Nachmittag mit der Kalten Sense.

Link:
http://www.eispalaeste.ch
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28. Mai 2017: Zollhaus - Sangernboden

Die Kalte Sense ist nicht nur viel länger als die Warme Sense. Ihr Ursprung am Gantrischseeli ist viel schwieriger zu erreichen, weil ob Sangernboden kein Weg mehr in Ufernähe verläuft. Es steht mir ein viel längerer Weg, ja Umweg, zum Ziel bevor als die Flussstrecke von gut 12 Kilometern.

Ich fahre am Nachmittag mit dem Bus zum Zollhaus zurück. Weil sich ein Gewitter zusammenbraut, prüfe ich, ob ich das Strässchen, nehmen kann, das direkt ob Zollhaus Richtung Sangernboden abzweigt. Ein Einheimischer sagt mir, dass auf diesem Strässchen viel weniger Verkehr fliesst als auf jener zum Schwarzsee. Es könnte begangen werden. Ich denke mir, dass es unterwegs Bushaltestellen gibt, falls das Gewitter richtig losgehen würde. Der Wanderweg auf der Nordseite der Sense bietet keine solche Alternative und ist weniger rasch zu begehen. Am Anfang und Schluss verläuft er ebenfalls auf einem Strässchen.

Meine Wette geht auf. Der vorhandene Verkehr ist erträglich. Ich komme rasch voran. Bei der Hoflanderebrügg grollt ein ferner Donner das erste Mal und der Himmel wird Richtung Gantrisch und Gurnigel immer schwärzer. Die Leute im Flussbett der Sense lassen sich nicht beeindrucken und vergnügen sich weiter, obwohl die Sense für ihre Wucht bei Gewittern bekannt ist. Es donnert immer hin und wieder und ob Vorder Sangernboden tröpfelt es. Ich bin froh, den Sangernboden nach mehr als einer Stunde zu erreichen und kehre für Kaffee und Kuchen auf der Terrasse des Hirschen ein. Einmal donnert es in der Ferne, einmal bricht ein Sonnenstrahl durch. Ich erfahre vom Wirt des Hirschen, dass die Sense vor Jahren bei einem Gewitter Berge aufgeschichteten Holzes einfach weggespült hat. Sie kann rasch ein bis zwei Meter ansteigen.

Ob Sangernboden wird die Route teilweise auf dem Gantrisch-Panoramaweg verlaufen. Das weitere ist abhängig vom Wanderbusbetrieb sowie eventuell notwendiger übernachtungsmöglichkeiten.
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15. Juli 2017: Sangernboden - Schwarzenbüel

Ich nehme den mit eineinhalb Stunden bezeichneten Weg zum Ottenleuenbad. Er ist mit Ausnahme der Strecke zwischen Mittleri Burg und Oberi Burg sehr steil und praktisch weglos. Die steilen Alpweiden erfordern das Geschick meiner Fussgelenke sowie des Gleichgewichts. Ich komme nur sehr langsam voran. Es ist nicht einfach, die Weidetore im steilen, fast trittlosen Gelände zu öffnen und zu schliessen. Der Aufstieg bis zum Ottenleuenbad fordert einen guten Teil meiner Kräfte der Dreitagestour bis zum Gantrischseeli. Vielleicht wäre es einfacher gewesen, auf einer weniger steilen und anspruchsvollen Route bereits beim Zollhaus auf den Gantrisch-Panoramaweg aufzusteigen, denn dieser ist technisch leicht.

Es hat früher in dieser Gegend eine Bäderkultur gegeben. Eine Sage berichtet über den Anfang des Ottenleuenbades. In der Gegend liegt auch ein Schwefelbergbad. Diese Bäder sind geschlossen. Im Gurnigelbad erinnert nur noch ein Brunnen mit Schwefelwasser an die vergangene Kur- und Bädergeschichte.

Ich erhole mich oberhalb von Ottenleue ausführlich. Dann steige ich zum Pfyffe auf und gelange unterwegs auf den gut unterhaltenen Gantrisch-Panoramaweg. Der Aufstieg dauert laut Wegschildern eine gute Stunde. Ich geniesse die Aussicht über das weite Land mit Neuenburger- und Murtensee sowie der Jurakette auf der westlichen Seite und der nahen Gantrischkette auf der östlichen Seite. Natürlich blicke ich zum Guggershörnli hinüber. Dort oben sagte mir ein Mann, es gäbe auf dieser Bergkette einen Wanderweg. Damals ist es mir unmöglich erschienen, jemals auf dieser Kette zu wandern. Ich habe dank dem Training und den anderen, erwanderten Flüssen nochmals Fortschritt gemacht. Der Gipfelrastplatz ist mit einer Feuerstelle versehen. Ich raste und geniesse.

Dann geht es auf gutem, aussichtsreichen Höhenweg zum Gägger weiter. Dafür muss fast eine halbe Stunde gerechnet werden. Dort könnte ich in kurzer Zeit zum Hotel Schwarzenbüel absteigen. Ich ziehe aber einen längeren und gemächlicheren Abstieg via Schutzhütte vor. Ich traue auch nicht der Steilheit des Gäggersteges, der über das vom Sturm Lothars betroffene Waldgebiet führt. Von der Schutzhütte sind es entlang dem Strässchen noch etwa 20 Minuten bis zum Hotel Schwarzenbüel. Der Umweg kostet mich etwa eine Stunde.

Ich fühle mich im Hotel Schwarzenbüel bei der Familie Hänni gut aufgehoben. Die Aussicht in das weite Land ist grandios. Von meinem Zimmer aus sehe ich nachts die Lichterketten der Orte Richtung Jurakette sowie Emmental.  Das Bimmeln der Kuhglocken wiegt mich in den Schlaf.

Links:
http://www.animahelvetia.ch/sagenwanderer-12.pdf
http://www.rueschegg.ch/documents/Gaeggersteg.pdf
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16. Juli 2017: Hotel Schwarzenbüel - Gurnigel Berghaus

Die Sonne geht auf und sie färbt vor ihrer Ankunft den Horizont feuerrot. Da muss ich das Zimmerfenster weit aufreissen und fotografieren. Danach lese ich die Tageslosung der Bolderntexte und lege mich nochmals kurz ins Bett.

Nach dem Frühstück brauche ich meine Zeit, um wieder Tritt zu fassen. Der steile Ottenleuenbad-Aufstieg hängt immer noch an. Nach der Schutzhütte beginnt zuerst der sanfte, breite Waldweg zur 1721 Meter hohen Schüpfeflue. Unterwegs macht eine Tafel auf Zeugnisse des Lothar-Sturmes aufmerksam. Der Weg wird weiter oben steil mit zahllosen, teils hohen Treppentritten. Wer den Denzlerweg am Uetliberg schafft, kommt auch auf die Schüpfeflue. Die Aussicht dort oben ist atemberaubend und der Gantrisch liegt noch näher. Für den Weg müssen zwei Stunden gerechnet werden.

Nach guter Rast zieht sich ein langer, nicht allzu steiler Abstieg via Selibüel-Sattel und unterhalb des Selibüel zum Gurnigel Berghaus. Der Weg führt durch ein wunderbares, Pflanzen-reiches Waldgebiet. Schnelle Leute benötigen dafür eine gute Stunde. Heute komme ich zu einem Zvieri auf der Terrasse, hocke dort bis zum Nachtessen, strecke die Beine und geniesse die Aussicht auf den Gantrisch, die Berner Riesen Eiger, Mönch und Jungfrau, den Thunersee sowie die Stadt Thun. Nur fünf Gäste, ich eingeschlossen, übernachten an dieser früheren Militärstätte, die noch den Charme und den Standard der siebziger Jahre ausstrahlt. Dafür ist Frau Zimmermann, die Wirtin, freundlich und hilfsbereit.
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17. Juli 2017: Gurnigel Berghaus - Gantrischseeli

Nach dem Frühstück steige ich langsam zur Unteren Gantrischhütte ab. Dafür ist fast eine Stunde einzurechnen. Unterwegs kaufe ich bei der Stierenhütte würzig mundenden Alpkäse ein und passiere die Wasserscheide zwischen Sense und Gürbe. Munter werde ich wieder, als ich zum Gantrischseeli aufsteigen kann. Das Absteigen ist nicht so meine Sache. Der kleine Quellensee der Sense liegt unterhalb der Steilwände von Gantrisch und Bürgle. Die Kalte Sense entsteht erst weiter unten, wo die Hengstsense zur Gantrischsense stösst. Die leichte Wanderung zum See dauert noch etwa 20 Minuten. Ich werde beim Gantrischseeli von einer Schar Hunden empfangen. Einer tut sich beim Bellen besonders hervor: Gigi. Die Hunde gehören drei jungen Frauen, die dort übernachtet haben. Als Gigi von seiner Besitzerin zurückgerufen wird, fange ich das Gigi von Arosa Lied an zu singen und zu summen. Die Frauen machen mir auf der Sitzbank Platz, so dass ich rasten und mein Ziel geniessen kann. Wir unterhalten uns. Als ich aufstehe, stelle ich fest, dass Gigi friedlich hinter mir, fast unter der Sitzbank liegt. Er blickt mich zum Abschied treuherzig an und ich brumme ihm wieder das Liedchen. Bis zum Postauto reicht die Zeit für eine Riesen-Meringue im Restaurant Untere Gantrischhütte. Auch diese diente früher dem Militär als Unterkunft.
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