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Murg Logbuch

Von Liliane Waldner

Einführung in die Murg

Die Murg ist ein 34,1 Kilometer langer Fluss. Sie entspringt etwa auf 960 m.ü.M. nahe den Flurnamen Silberbüel und Ergeten mit den drei Gebäuden unterhalb des Hörnli auf St. Galler Boden und sie mündet unterhalb der Rorerbrücke im Kanton Thurgau, welche von Frauenfeld nach Warth (Kloster Ittingen) führt, auf 396 m.ü.M. in die Thur.

Mehr über die Murg auf:
http://de.wikipedia.org/wiki/Murg_%28Thur%29

28. März 2015: Rorerbrücke - Münchwilen

Die Murg mündet unterhalb der Rorerbrücke, die von Frauenfeld zum Kloster Ittingen führt, in die Thur. Dort hält das Postauto aus Frauenfeld. Der Murgweg führt von der Mündung in 40 Gehminuten direkt in das Städtchen Frauenfeld.  Am Stadtrand wird die Murg renaturiert und ein Murgauenpark entwickelt. Im Stadtzentrum erinnert mich die kanalisierte Murg an eine Amsterdamer Gracht. Der Murgweg durch den Ortskern eröffnet einen ungewohnten Blickwinkel zum Schloss Frauenfeld hinauf, welches das Historische Museum Thurgau beherbergt. Eintritt ist dort frei.

Beim Bahnhof gibt das Schild für den Murgweg nach Münchwilen vier Stunden an. Dies ist heute mein Etappen-Ziel.  Bald kreuze ich einen Bernhard-Greuter und Alfred-Huggenberger-Weg. Bernhard Greuter war ein Thurgauer Fabrikant und hat sich für die Arbeiterwohlfahrt, insbesondere die Krankenversicherung der Arbeiterschaft, verdient gemacht. Alfred Huggenberger war ein bekannter Thurgauer Dichter und Landwirt. Für beide historischen Persönlichkeiten bestehen Gesellschaften zur Pflege der Erinnerung.

Der Lauf der Murg ist durch eine Vielzahl von Brücken, Wehren, Fabrikkanälen geprägt. Bei Matzingen fällt mir auf einer Anhöhe ein Schloss auf. Ein Einheimischer erklärt mir, es sei das Schloss Sonnenberg. Bei Wängi besteht ein Wängener Brotweg, der einiges über das Brot sowie die Getreidesorten erklärt. Vom lieblichen Weiher Rosental ist es nicht mehr weit nach Münchwilen, wo ich die Bahn nach Wil nehmen kann. Unterwegs laden verschiedene Picknickplätze und Sitzbänke zum Rasten ein. Gut mit Holz bestückt ist die Feuerstelle beim Weiher Rosental.

Ich habe mich gefreut, heute für die Tour etwas später aufstehen zu dürfen und einmal nicht so weit fahren zu müssen. Ich bin wegen beruflicher Verpflichtungen diese Woche genug im Land unterwegs gewesen.

Links:
http://www.umwelt.tg.ch/xml_21/internet/de/application/d1055/f1062.cfm
http://www.historisches-museum.tg.ch/xml_83/internet/de/intro.cfm
http://www.thurgaumobil.tg.ch/xml_96/internet/de/file/modul/news/html.cfm?config=B9CF996B-5056-AB24-5861234A4A785F20&did=96&lid=1&lg=DE&userLG=DE&newsID=21942&pid=15628

http://www.ref-gachnang.ch/D/g_persoenlichkeiten.php

http://www.swisscastles.ch/Thurgau/sonnenberg.html
http://www.waengi.ch/documents/Brotweg.pdf
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31. Mai 2015: Münchwilen - Steg

Die Bahnfahrt nach Münchwilen macht mir bewusst, warum die ländlichen Orte des Kantons Thurgau ein beliebter Wohnort für die Arbeitspendlerinnen und -pendler nach Zürich sind. Die Verkehrsverbindung ist gut, Wohnhäuser und Wohnungen können zu günstigeren Preisen gekauft oder gemietet werden als in Zürich. Der Thurgau kennt praktisch keinen Fluglärm. Sie glauben, mit dem Wohnen auf dem Land vor dem urbanen Dichtestress fliehen zu können, werden aber während der Stosszeiten auf den Zufahrtstrassen sowie in der Bahn werktags von ihm erfasst.

Das Wanderwegzeichen bei der Kreuzung nahe der Haltestelle der trambahnähnlichen Bahn zeigt 4 Stunden 25 Minuten bis zum Hörnli an. Bis Steg kann noch eine weitere Stunde hinzukommen. Auf dem Murgweg bekomme ich nicht viel von Sirnach. Einmal höre ich, dass auf der anderen Uferseite irgendwo ein Blaskonzert stattfindet, ein anderes Mal singt ein Jodler-Chörli. Dies ist offenbar die Sonntagmorgen-Unterhaltung in der Provinz. Ich befinde mich auf dem Jakobsweg und Sirnach hat drei Muscheln als Zeichen des Jakobsweges im Wappen.

Fischingen ist für sein Benediktinerkloster bekannt. Die Mönche verstecken sich dort nicht, sondern sie sind sichtbar. Der reiche Barock der Klosterkirche erfreut mein Auge. Ich bin ein Barock-Fan. Das Kloster beherbergt ein Seminarhotel samt Restaurant, organsiert Ausstellungen und Konzerte. Die Pilgrimbräu führt freitags und samstags einen Laden samt Degustation. Ich kaufe im Restaurant einen Klosterkäse aus Fischingen. Ich raste im ruhigen Klosterhof.

Ab Fischingen nimmt die Wanderung einen voralpinen Charakter an. Ich steige zuerst Richtung Au auf, danach weiter nach Allenwinden. Beim Chaltebrune werden im Aussengehege Truthähne gehalten, deren Fleisch sicher viel gesünder ist als jenes aus der Massen-Mast-Produktion.  Im Dreieck zwischen Chaltebrune - Silberbüel - Ergeten entspringen drei kleine Quellbäche der Murg. Vom Wanderweg aus kann der Quellbach unterhalb der Wasserfassung erahnt, aber nicht eingesehen werden. Der längste Quellbach liegt in steilem Waldgelände in Richtung Ergeten auf St. Galler Boden. Nicht jede Flussquelle ist spektakulär. Ergeten ist ein Naturschutzgebiet.

Kurz laufe ich auf St. Galler  Boden, bis bei einem Hüttchen die Kantonsgrenze nach Zürich kommt. Die drei Kantone stossen eng zusammen. Bei diesem Hüttchen wird lokaler Käse verkauft und ich kaufe rezenten Tilsiter. Danach folgt mit dem steilen Aufstieg zum Hörnli das Dessert. Das Hörnli ist ein prächtiger Aussichtsberg. Ich meide das überfüllte Bergrestaurant und raste weiter unten bei einem Stall. Danach lasse ich mich auf dem Strässchen nach Steg hinuntertreiben und vermeide so den abschüssigen Wanderweg. Nur Trottinett-Fahrerinnen und -Fahrer benutzen sonst das Strässchen. In Steg entdecke ich die Hörnlibräu und kaufe eine kleine Flasche Bier, bevor ich die S-Bahn nach Hause nehme. Mit dem Abstieg nach Steg habe ich mit meinen Füssen die Flüsse Murg und Töss miteinander verbunden. Wäre ich von Steg direkt zur Tössquelle aufgestiegen, wäre es ein Zwei-Quellen-Weg geworden.

Links:
http://www.klosterfischingen.ch
http://www.pronatura-sg.ch/schutzgebiet_alp_ergeten
http://www.markuskappeler.ch/tex/texs/alpergeten.html

http://www.brauverein-fischenthal.ch
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