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Langete Logbuch

von Liliane Waldner

Einführung in die Langete

Die Langete hat ihre Wiege am Ahorngrat nahe Eriswil auf 1‘119 m.ü.M. Nach dem Zusammenfluss mit der Rot in Roggwil nimmt sie den Namen Murg an und mündet als Murg in Murgenthal in der Aare. Der Fluss der Kantone Aargau und des bernischen Oberaargau ist 30 Kilometer lang.

Mehr über die Langete auf:
https://de.wikipedia.org/wiki/Langete 



27. September 2019: Murgenthal - Langenthal

Ich laufe zuerst vom Bahnhof zur Mündung der Murg in die Aare. Dabei erinnere ich mich, dass ich im Rahmen des Aareprojektes 2011 hier vorbeigekommen bin. Niemals wäre es mir damals in den Sinn gekommen, mich auch noch um kleinere Flüsse wie die Langete zu kümmern.

Nach dem Fotografieren der Mündung geht es wieder ein Stück weit zurück, dann quere ich die Hauptstrasse und gelange an die herabfliessende Murg. Ein Wanderweg führt ihr entlang hinauf. Bald wechselt er an die Seite des ebenfalls herabfliessenden Rotkanals. Der Rotkanal fliesst höher als die Murg. Sein Wasser wird unterhalb des Weilers Walliswil bei einem Wehr von der Murg abgezweigt. Der Kanal fliesst durch Murgenthal und mündet unterhalb des Ortes in die Aare. Die Murg rauscht unterhalb des Wehrs über eine Kaskade hinunter. Nur wenig weiter oben vereinigen sich auf der Höhe von Walliswil die Rot und die Langete zur Murg. Es ist ein Unikum, dass der Fluss dann einen dritten Namen annimmt und nicht der Name des längeren, d.h. der Langete, bis zur Mündung in die Aare weiter besteht.

Ab dem Zusammenfluss folge ich der Langete auf einem Rasenpfad bis nach Roggwil und quere das Dorf. Im Dorf hält ein Auto an. Der Fahrer sieht, dass ich etwas klobig gehe. Er gibt mir einen Prospekt über ein Gerät mit, das ihm bei seinen spastischen Problemen geholfen hat. Er hat drei Hirnschläge erlitten, war im Rollstuhl und er kann jetzt wieder Auto und Motorrad fahren.
Ich folge der Langete auf einem weiteren Rasenpfad hinauf, wechsle bei einem Steg die Seite. Bei Kaltenherberg geht es jedoch wegen einer Nebenbahnlinie nicht weiter. Auf der Karte ist auf der anderen Seite der Bahnlinie ein breiterer Weg eingezeichnet, aber es gibt keine Verbindung. Ich muss über tiefes Grasland bis zur Siedlung und Hauptstrasse, der Hauptstrasse nach Langenthal hinauf und kann erst nach der Siedlung wieder via einem offiziellen Wanderweg an die Langete und danach auf einem bequemen Weg nach Langenthal hinein. Ich folge in Langenthal nicht dem offiziellen Wanderweg zum Bahnhof, sondern laufe entlang der Langete bis ins Zentrum, wo sie teils unter Häusern verläuft und zweige erst danach zum Bahnhof ab.

Langenthal hat keine eigentliche Altstadt. Es ist ein Industrieort mit Geschichte. Berühmt ist das Langenthaler Porzellan, das heute in Tschechien produziert wird. Ich erinnere mich, als ich 1984 das Warenhaus Neiman Marcus in San Francisco besuchte. Die Verkäuferin zeigte mir stolz, dass sie auch Langenthaler Porzellan haben. Lantal stellt hochwertige Textilüberzüge für Flugzeuge und andere Verkehrsmittel her.

Der Weg stimmt wegen der Abweichungen entlang des Flusses nicht mit der offiziellen Wanderstrecke überein. Es muss mit etwa drei Gehstunden gerechnet werden.

Links:
https://www.gastroporzellan.ch/de/porzellan-langenthal

http://www.lantal.com/europe/de/kontakt-standorte/
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29. September 2019: Langenthal - Kleindietwil

Als ich vom Bahnhof zurück zur Langete laufe, erblicke ich entlang der Strasse Hoch-Trottoirs, wie sie noch anfangs der Siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts allgegenwärtig waren. Damals startete eine Wandergruppe meiner SAC-Sektion eine Wanderung in Langenthal. Die Tourenleiterin erklärte uns, Langenthal habe besonders hohe Trottoirs, weil der Ort häufig von Hochwassern überflutet würde. Das Hochwasser von 1975 war extrem schlimm.

Zwischen Langenthal und Lotzwil sowie Lotzwil und Madiswil liegen Wässermatten. Sie wurden im Mittelalter vom Kloster St. Urban in der Region gefördert und genossenschaftlich betrieben. Mit den Wässermatten konnten Wiesen bewässert und dadurch Landwirtschaft betrieben werden. Heute werden die Wässermatten als traditionelle Kulturlandschaft immer noch gepflegt und geschützt. Tafeln des Oeko-Pfads Lotzwil informieren entlang des Weges über die Wässermatten.

Von Langenthal nach Lotzwil besteht ein Wanderweg. In Lotzwil laufe ich die Dorfstrasse entlang und zweige nach der Kirche nach rechts ab, überschreite die Bahngleise und zweige danach in der nächsten Strasse nach links ab. Nach wenigen hundert Metern zweige ich wieder nach links auf einen asphaltierten Weg Richtung Mattenhof und Madiswil ab. Bei der Grossmatt wird ein Teil des Langete-Wassers in einen Stollen abgesenkt und unterirdisch direkt in die Aare geleitet. Damit sollen verheerende Grundwasser in Langenthal und den anderen Orten verhindert werden.

Ab diesem Wehr laufe ich nach Madiswil und danach auf dem Radweg nach Kleindietwil, wo ich die Langete wieder sehe. Beim Weiler Lindenholz fällt mir ein Bauernhaus mit einer grandiosen Kürbis-Ausstellung auf. Sie stehen zum Verkauf. Ich bewundere und fotografiere sie. Dabei erkennt mich die Bäuerin freudig aus der damaligen Reporter-Sendung wieder.

Die heutige Wanderzeit darf für Gesunde wiederum mit etwa drei Stunden veranschlagt werden. Ich muss zeitig heim, um eine Sitzung vorzubereiten.

Links:

https://www.bernerzeitung.ch/region/oberaargau/der-anfang-des-endes-von-klein-venedig/story/13255883

http://www.lebendige-traditionen.ch/traditionen/00071/index.html?lang=de

https://www.ipringe.ch/waessermatten

http://www.lotzwil.ch/ekopfad.html
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11. Oktober 2019: Kleindietwil - Eriswil

Ich benutze den Radweg bis Rohrbach. In Rohrbach fotografiere ich die Kirche mit dem stattlichen Gemeindehaus. Wir haben in der Thomaskirche einige Monate lang die Pfarrerin Dagmar Rohrbach als Vertretung gehabt. Ich will ihr das Bild der Kirche jener Gemeinde schicken, deren Namen sie trägt.

Ich folge dem Radweg bis zum Weiler Brand weiter, quere dort die Hauptstrasse und kann auf einem ruhigen Strässchen via Häbernbad und Lochmühle bis Huttwil gehen. Es gibt an diesen Standorten weder Bad noch Mühle. In Huttwil laufe ich der Hauptstrasse entlang durch den Ort. Der Ortskern strahlt mit seinen alten Bauten eine währschafte, bernische Tradition aus. Es ist schade, dass der gesamte Verkehr durch das Zentrum fliesst und die Häuserzeilen mit Läden und Hotels nicht verkehrsberuhigt sind. Ein Hotel trägt den Namen „Mohrenkönig“.

Bei der Verzweigung am Ortsende nehme ich die Richtung nach Eriswil. Bei der Haltestelle Uech zweigt ein Strässchen Richtung Nyffel ab und nach Nyffel nehme ich ein kleines Strässchen nach Stöckere. So kann ich der Langete auf einer ruhigen Route folgen. Bei Stöckere quere ich Langete und Hauptstrasse und gelange in den Weiler Tschäppel. Dort gehe ich ein parallel zur Hauptstrasse verlaufendes Strässchen entlang, bis dieses in der Hauptstrasse mündet. Ab dort muss leider ich ein Stück weit der Hauptstrasse entlang nach Eriswil gehen. Nach der Querung der Langete bin ich bereits innerorts, aber noch ohne Trottoir. Bei der ersten Siedlung links kann ich bald auf einen kleinen Weg ausweichen und ruhig in den Ort laufen, wo ein Trottoir beginnt. Ich gehe Eriswil entlang bis zum Altersheim, wo die Endstation des Buses nach Huttwil zurück liegt. Im Altersheim reicht es noch gut zu einem Kaffee, bevor der Bus kommt.

Als Gehzeit darf für die Strecke mit drei Stunden gerechnet werden.
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15. Oktober 2019: Eriswil - Langete-Quellgebiet

Generell dürfen die Bäche, die im Gebiet zwischen Ahorn und Fritzeflue entspringen und in der Langete münden, als Teil des Langete-Quellgebiets erachtet werden. Auf der Karte im Massstab 1 zu 10‘000 ist jedoch nur ein Bach unterhalb des Grats zwischen Fritzeflue und Chäpplerspitz als Langete bezeichnet.

Ich wandere von Eriswil der Hauptstrasse entlang und am Altersheim Leimatt vorbei. Nach dem Ortsende zweige ich von der Hauptstrasse in Richtung des Flurnamens Gsang ab, folge dem Feldweg bis zum Weiler Langeten, danach nach rechts oben. Von dort nehme ich den Wanderweg Richtung Fritzeflue. Er gelangt beim Restaurant Fritzenfluh auf die Hauptstrasse. Unterwegs läuft mir ein Reh über den Weg.

Ich zweige dort vom Wanderweg auf einen Forstweg in den Wald ab, der ungefähr der Höhenkurve des Hanges folgt. Ich kreuze einen Quellbach, der sich etwa 200 Meter unter mir mit dem Hauptquellbach der Langete vereinigt. In diesem Bächlein fliesst kaum Wasser. Ich gehe weiter und treffe nach knapp 200 Metern auf den Hauptquellbach. Hier fliesst deutlich hörbar und sichtbar Wasser. Ich befinde mich etwa 150 Meter unterhalb der nicht zugänglichen Quelle.

Danach gehe ich wieder auf den Wanderweg nach Fritzeflue zurück. Der schmale Pfad zur Fritzeflue ist jedoch wegen der Nebelfeuchtigkeit schmierig. Ich wandere danach zum höher gelegenen Chäpplerspitz. Es gibt dort nichts Besonderes zu sehen, weshalb ich wieder zurück nach Eriswil absteige. Für den Rundgang muss mit gut drei Stunden gerechnet werden.
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