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Thur_Remake 2 Logbuch

Von Liliane Waldner


Das ist die Fortsetzung des Thur_Remake Logbuchs mit den Etappen von den Thurauen bei der Rhein-Mündung bis Nesslau. Das vorhergehende Logbuch samt der Einführung in die Thur befindet sich auf: http://www.fluss-frau.ch/thur_remake.html
14. Juli 2025: Nesslau - Germen

Die Hauptsache der heutigen Etappe ist das Fotografieren und Filmen der Giessenfälle. Vom Bahnhof Nesslau aus zweigt ab der Hauptstrasse Richtung Wildhaus ein Strässchen zu den wild-romantischen Giessenfällen ab. Es stürzt dort ein markanter Wasserfall hinab und daneben noch ein kleinerer Wasserstrahl. Neben dem Becken des Wasserfalles liegt das Maschinenhaus eines kleinen Wasserkraftwerkes.

Danach geht es viele Treppen hinauf nach Germen. Dort, wo der Pfad in einen breiten Weg übergeht, raste ich ausgiebig. Nach der Rast geht es noch zur Postautohaltestelle Germen hinauf. Der Landgasthof daneben ist geschlossen. Ich fahre mit dem Postauto nach Stein, wo ich in der dortigen Konditorei einen frisch gebackenen Schlorzifladen geniesse. Die Wegzeit bis Germen beträgt laut Wanderwegschild 45 Minuten.

Links:

Wasserkraftwerk Giessen - SAK
18. Juli 2025: Nesslau - Stein SG

Ich umgehe das Problem des sehr steilen Abstiegs von Germen zur Thurbrücke und hinauf zum Weiler Schwand, indem ich wieder in Nesslau starte, aber nicht zum Wasserfall laufe, sondern die Brücke unterhalb des Giessenfalls überquere und einem asphaltierten Strässchen bis zum letzten Haus von Schwand folge. Dort zweigt der Weg von Germen her in die Route nach Stein. Ab diesem Punkt wird der Naturweg ruppig und fordert mich stark.

Es ist nichts vom Oberen Giessenfall sichtbar. Der Wald verhindert die freie Sicht. Die Thur tost stark weit unten und durch die Bäume ist sichtbar, wie sie schäumt. Als ich das ruppige Wegstück geschafft habe, muss ich rasten. Danach nehme ich den einfachen Weg, um nach dem Queren der Wiss Thur nach Stein zu gelangen. Etwa zweihundert Meter vor dem Tagesziel will ein einheimischer Landwirt mich für den Rest des Weges mit dem Auto mitnehmen. Es plagt ihn zu sehen, wie ich gehe. Ich erfahre, dass seine Tochter MS hat und nur zu 50% arbeiten kann. Ich wünsche ihm und seiner Tochter den Segen des himmlischen Vaters und schliesse beide ins Nachtgebet ein. Ich kehre wieder im Bäckerei-Café ein.

Die offizielle Wegzeit beträgt eine Stunde 15 Minuten, für mich mittlerweile ein Tagesmarsch.

Links:

Holzbrücken der Schweiz: Wiss Thur in Stein SG
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20. Juli 2025: Hangrutsch bei Krummenau fotografiert

Bei der Fahrt ins Toggenburg zwecks Rekognoszierungen fotografiere ich von der Eisenbahn aus einen Hangrutsch bei Krummenau.

Links:

Ebnat-Kappel: Hangrutsch verfehlt Bauernhaus nur knapp
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Mühlewies - Starkenbach

Der Thurweg zwischen Mühlewies und Starkenbach steigt auf schmalem Pfad steil nach oben und danach nach unten. Die Thur passiert auf der Höhe des Steinbruchs eine Engstelle. Dort hat es nur für die Kantonsstrasse Platz, aber nicht für einen Uferweg. Die Einheimischen bezeichneten mir den Abstieg als stellenweise rutschig und exponiert. 2012 war dies für mich problemlos. Da zurzeit keine Wanderschuhe mit hohem Schaft meinen Zehen schmerzlos passen, verzichte ich diesen Weg zu begehen. Ich versuche trotzdem, mich von beiden Seiten heranzutasten und Bilder zu machen. Ich gelange aber nicht von oben her bis zur Römischen Brücke, weil ich mit den Lowa-Halbschuhen nicht ein Bachbett überqueren will.

Links:

Römerbrücke Starkenbach: Sanierung einer denkmalgeschützten Steinbogenbrücke im Obertoggenburg | Emch+Berger

Steinbruch Starkenbach | Hartgestein aus dem Toggenburg für Bau & Garten - Steinbruch Starkenbach AG
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23. Juli 2025: Starkenbach - Unterwasser

Heute werde ich von Christoph Bernet, Journalist, und Ralph Ribi, Pressefotograf, begleitet. CH-Media will ein Porträt über mich erstellen. Ralph Ribi begleitet uns am Anfang, Christoph Bernet ist den ganzen Tag dabei. Das schafft Raum für viele Gespräche.

Kurz nach dem Start in Starkenbach gelangen wir zur Horb Brücke über die Thur. Eine Frau ist mit Kamera samt Stativ dort. Sie fotografiert für einen Verein, der die Brücken entlang der Thur dokumentiert. Wir begegnen der Frau später wieder, als sie mit ihrem e-Bike nach Unterwasser ins Bad fährt. Ein Einheimischer stösst zu unserer Runde bei der Brücke. Er erklärt, dass er kein St. Galler sei. Er sei ein Toggenburger. Das Toggenburg gehörte zur Zeit Napoleons zum Kanton Säntis.

In Alt St. Johann steht die bekannte Klangschmiede und wir bewundern dort zwei Wasserräder. Danach ist es Zeit für einen kurzen Einkehr. Gegenüber dem Gasthof liegt die Probstei Alt St. Johann.

Die Wanderung endet in Unterwasser bei der Postautohaltestelle der Standseilbahn Iltios. Wir fotografieren noch bei der Brücke der Wildhauserthur, die weiter unten in die Säntisthur mündet.

Links:

File:Horb Brücke über die Thur, Alt St. Johann SG 20190722-jag9889.jpg - Wikimedia Commons

Schmieden in der Klangschmiede

alt st. johann klangschmiede | wasserradbau gmbh

Alt St. Johann
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7. August 2025: Unterwasser - Wildhaus

Die Route ist mit Ausnahme eines Waldstücks asphaltiert. Bis Wildhaus-Ligishaus sind etwa 50 Minuten Wegzeit angegeben. Neben der Sesselbahnstation liegt das kleine Waldstück, in dem der ununterbrochene und sichtbare Lauf der Wildhauser Thur beginnt. Weiter östlich im Munzenriet sammeln sich die Quellbäche der Wildhauser Thur. Darunter befindet sich auch der Quellbach Wildhauser Thur, dessen Wasser ab der Kollerweid unsichtbar durch das Munzenriet fliesst. Oberhalb des ununterbrochenen Beginns der Wildhauser Thur steht das Geburtshaus des Reformators Huldrych Zwingli.
Unterwegs komme ich mit Bauerfamilien ins Gespräch, die fleissig heuen. Der würzige Duft des Heus sticht in die Nase. Bei einem Halt auf einer Sitzbank gesellt sich eine Katze zu mir.

Links:

Huldrych Zwingli - Herkunft, Weg und Wirken
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Die Thur und ihre Wasserfälle:
Für Link zu You Tube Video auf Bild klicken: